Albertina

Von einer privaten Sammlung zum Museum

Gemäde eines Feldhasen

Dürers „Feldhase“ beeindruckt nicht durch Größe – das Blatt misst 25 x 22,5 Zentimeter – er fasziniert durch präzise Darstellung, feine Farbverläufe und unnachahmliche Perspektive. Das Aquarell ist wohl die berühmteste Naturstudie Albrecht Dürers und das prominenteste Stück der aus 65.000 Zeichnungen bestehenden Sammlung der Wiener Albertina.

Nach jedem Blick ist verwunderlich, dass der Feldhase noch harrt.E.M. Trux in „Überlegungen zum Feldhasen“ (2003) über die unglaublich lebendige Zeichnung Albrecht Dürers von 1502

Entstehungsphase des Albertina Museums

Angelegt wurde die grafische Sammlung, die heute zu den größten und bedeutendsten ihrer Art zählt, von Herzog Albert von Sachsen- Teschen (1738–1822), der die damals schon wertvollen Zeichnungen in seinem Palais unterbrachte. In mehreren Umbauphasen wurde aus der privaten Sammlung das Museum Albertina. Als eine der ersten Kunstsammlungen wurde es 1822 erstmals der Öffentlichkeit zugängig gemacht – oder zumindest einem Teil der Öffentlichkeit. Denn: Um die Räumlichkeiten betreten zu dürfen, mussten die Besucherinnen und Besucher über „eigene Schuhe verfügen“. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts dürfen die Füße aller die Albertina betreten. Aufgrund der raren Öffnungszeiten nutzte aber kaum jemand dieses „Privileg“.

Flugdach aus Titan beim Albertina Museum

Aussenansicht Albertina Museum

Innenraum des Albertina Museums

Mit der Jahrtausendwende brach auch für die Albertina ein neues Zeitalter an: Die klassizistischen Prunkräume wurden nach Jahrzehnten des Verfalls renoviert und geben jetzt Einblick ins hochherrschaftliche Leben ihrer habsburgischen Bewohnerinnen und Bewohner. Im spannenden Kontrast dazu stehen der überglaste Innenhof und das imposante moderne Flugdach aus Titan von Hans Hollein. Letzteres schwebt majestätisch über dem Eingangsbereich und ist eine neue Landmark in der Innenstadt.
Auch inhaltlich richtete sich die Albertina neu aus: Zu ihren grafischen Werken gesellte sich eindrucksvolle Malerei der Moderne. Und so buhlen Monets „Seerosen“ und Renoirs „Mädchenbildnis“ mit dem unangefochtenen Star der angestammten Sammlung, dem „Feldhasen“ von Albrecht Dürer, um die Aufmerksamkeit.

Text: Nina Lucia Groß, Fotos: Christine Wurnig, Bild Hase: Albertina Wien