Alte Donau

Baden vor der Skyline Wiens

Boote am Steg

Die schöne Alte Donau! Alt ist die Donau sowieso, von ihrer Schönheit dürfen Sie sich selbst überzeugen. Am besten am Altarm des Donaustroms – denn dort ist der Fluss besonders wienerisch. Hier wird gesegelt, mit dem Tretboot gefahren, gerudert oder gepaddelt. Das Ganze im Grünen, vor der bewegenden Skyline des relativ neuen Wiener Stadtteils Donaucity und dem weltbewegenden Flair des Vienna International Centre, in dem die UNO ihren ständigen Amtssitz hat.

Gänsehäufel, wahre Rarität. In Berlin nicht, in Paris nicht und in London, nein! `S Gänsehäufel, das hat nur Wien allein.Refrain des Entreelieds der Posse „Am Gänsehäufel“ von F. Antony (um 1908)

Bis ins 18. Jahrhundert war die Donau ein stark verzweigter Fluss mit vielen Nebenarmen. Der heute als Alte Donau bezeichnete Nebenarm war damals der jüngste und wurde nach den großen Überschwemmungskatastrophen im 18. Jahrhundert kurzerhand zum Hauptarm und bald im Zuge der Donauregulierung zum Binnengewässer und Altarm degradiert. Doch die Wienerinnen und Wiener sind der alten Schönheit treu geblieben: Sie beförderten das ruhige Wasser zum vielseitigen Freizeitareal. Mit einer Wasserfläche von etwa 1,6 Quadratkilometern und einer durchschnittlichen Tiefe von 2,5 Metern ist sie dafür perfekt. Man genießt Natur und ist trotzdem urban.

Wer sich fürs Bootfahren nicht so sehr begeistern kann, genießt das ruhige Wasser der Alten Donau schwimmend von den diversen Strandbädern aus. Eines hat sich dabei besonders etabliert und genießt einen legendären Ruf: das Gänsehäufel.

Motorboot in der Donau

Badeplatz

Umkleidekabine

Das Gänsehäufel kennt man in Wien

und das nicht erst, seit es denkmalgeschützt ist. Abgesehen von seinen unübertroffenen Dimensionen (330.000 m2 Platz, 4.000 Bäume, 1.200 m Strand inkl. FFK-Bereich etc.), ist es einfach „ur-wienerisch“ – mit allen damit verbundenen Vor- und Nachteilen. Manchen mag es zu intensiv sein, aber der Wiener Kaffeehausliterat Peter Altenberg erkannte den Wert der anfänglichen Aussteiger-Kolonie vor 100 Jahren und bezeichnete das Luft- und Sonnenbad als „Paradies der Ursprünglichkeit“.

Text: Lucia Czernin, Fotos: Christine Wurnig