Augarten

Vieles zu sehen

Blumen und Bäume

50 Hektar barocker Garten mit über 30 Baumarten, monströse Flaktürme aus dem Zweiten Weltkrieg, Heimat der zweitältesten Porzellanmanufaktur Europas und der berühmten Wiener Sängerknaben. Das alles ist der Augarten im zweiten Wiener Gemeindebezirk und noch viel mehr.
Inmitten seines kaiserlichen Jagdreviers, einer damals noch wilden Aulandschaft mit dem gefährlichen Namen „Wolfsau“, ließen die Habsburger 1614 ein Jagdschloss errichten. 35 Jahre später erweiterten sie es um einen prächtigen Lustpark und legten so den Grundstein zum heutigen Augarten. Aber erst Joseph II., Sohn Kaiserin Maria Theresias, öffnete die exklusive kaiserliche Parkanlage gegen Ende des 18. Jahrhunderts und widmete sie „allen Menschen als Erlustigungs-Ort“, wie die große Inschrift über dem Hauptportal erzählt.

Wenn er unter seinesgleichen bleiben wollte, so bliebe ihm nur die Kaisergruft bei den Kapuzinern.Kaiser Josephs II. sarkastische Antwort auf die Beschwerde des Adels, dass der Augarten auch für das gemeine Volk zugänglich gemacht wird.

Der Augarten wurde zum Hot Spot

Freizeit, Natur und Kultur verschmolzen hier: Legendär waren etwa die Morgenkonzerte im Schloss Augarten, die namhafte Künstler wie Wolfgang Amadeus Mozart dirigierten. Von da an ging es mit dem Augarten auf und ab, bis er während des Zweiten Weltkrieges seinen Tiefpunkt erreichte: Tonnen von Schutt, Bombentrichter und Massengräber ließen vom einstigen Lustpark nicht viel übrig. Zwei mächtige Flaktürme erinnern an diese dunkle Zeit – die Versuche, sie nach dem Krieg zu sprengen, waren vergeblich.

Porzellanmanufaktur

Flakturm

Sängerknapen Bild im Augarten

Heute schließt der Augarten an seine Hochblüte von damals an: Er ist ein Ort, an dem die Wienerinnen und Wiener leben, wo sie sporteln, ausgehen und plaudern. Ein Ort, an dem Alltag und Hochkultur einen gemeinsamen Platz finden. Wo sonst könnten sich die weltberühmten Wiener Sängerknaben ganz unauffällig unter die anderen Kinder mischen und die Maler der traditionsreichen Porzellanmanufaktur Augarten Inspiration aus den bunten Blumen oder den filigranen Figuren der Yogaklassen im Park schöpfen?

Text: Verena Brandtner, Fotos: Christine Wurnig, Bild Sängerknaben: Wien Tourismus Lukas Beck