Belvedere

Erbaut vom Feldherr und Prinzen, Eugen von Savoyen

Statue eines Pferdes

Belvedere – „schöne Aussicht“. Schön war die Aussicht wohl wirklich für den Erbauer, Prinz Eugen von Savoyen. Vom Schloss aus konnte der edle Ritter auf den Kahlenberg blicken, den Ort seines ersten Triumphes gegen das Osmanische Reich 1683. Der 1,61 Meter kleine Feldherr wurde innigst verehrt, sicherte er doch mit seinen Erfolgen die Großmachtstellung Österreichs in Europa.

Alles lässt sich durch Standhaftigkeit und feste Entschlossenheit erreichen.Prinz Eugen, der edle Ritter (1663–1736), erklärt sein Erfolgsprinzip.

Prinz Eugen verschrieb sein Leben dem Militär und fand dennoch Zeit, sich als Bauherr zahlreicher Schlösser hervorzutun. Das Belvedere im dritten Wiener Bezirk ist seine schönste Schlossanlage. Der Prinz – dessen Statue heute noch am Heldenplatz zu sehen ist – lebte stets im Unteren Belvedere, während das Obere Belvedere der Repräsentation galt. Später wurden die Gebäude zu einer Art zweitem Familiensitz für die Habsburger. Zuletzt residierte hier Erzherzog Franz Ferdinand, der 1914 ermordete Thronfolger.

1955 gelangte das Belvedere zu neuem Ruhm

Der Österreichische Staatsvertrag wurde nach zehnjähriger Besatzungszeit im prachtvollen Marmorsaal des Oberen Belvederes unterzeichnet. „Österreich ist frei“, verkündete der erste Bundeskanzler der Zweiten Republik, Leopold Figl, stolz und zeigte den Menschenmassen, die sich im Garten des Belvederes eingefunden hatten, das lang ersehnte Dokument.

Brunnen Schlossgarten

Brunnen vorm Belvedere

Steinskulptur

Das Belvedere hat seither für Österreich eine besondere Bedeutung, auf der Rückseite der 20-Cent-Münze ist es verewigt.

Heute ist die „Österreichische Galerie Belvedere“ im Schloss zuhause. Sie beherbergt die weltweit größte Sammlung des Schaffens Gustav Klimts, darunter die berühmten goldenen Gemälde „Der Kuss“ und „Judith I“. Erhalten sind auch noch die eindrucksvollen Gärten rund ums Belvedere: Man kann sich richtig gut vorstellen, wie dort Prinz Eugen auf und ab ging, über die Stadt bis zum Kahlenberg blickte und in Erinnerungen schwelgte…

Text: Agnes Hamberger, Fotos: Christine Wurnig