Burggarten

Ein Garten für Kaiser

Ein Denkmal im Wiener Burggarten

Eingerahmt von der Hofburg, dem Burgring und der Albertina: Der Burggarten ist ein kleines Fleckchen Grün auf privilegierter Erde. Privilegiert im wahrsten Sinne des Wortes: Zu K. & K. Zeiten war hier der Privatgarten der kaiserlichen Stadtresidenz. Auch heute versammelt sich dort Tag für Tag eine illustre Runde: Mozart, Kaiser Franz Joseph, Franz I. und Goethe. Freilich ohne sich zu nahe zu kommen: Die Denkmäler stehen fest im Sockel. Errichtet wurde der Burggarten von einem Gärtner. Aber nicht von irgendeinem: Kaiser Franz I., der 1819 die Errichtung des Gartens in Auftrag gab, war selbst maßgeblich an dem Projekt beteiligt. Unter Kaiser Franz Joseph I. wurde er vergrößert und in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltet.

Luftiger lässt sich eine Kaffeepause mitten in der Stadt nicht verbringen!Das schicke Kaffeehaus im alten Glashaus, die flatternden Schmetterlinge und viel frische Luft im Grün zwischen dem Winterschloss des Kaisers. Das ist Wiener Lebensqualität.

Zur Jahrhundertwende…

folgte der nächste Meilenstein: Das märchenhafte Palmenhaus, nach den Plänen von Friedrich Ohmann innerhalb von fünf Jahren errichtet, gilt nach wie vor als eines der schönsten Jugendstilglashäuser. Gebaut wurde es als Entspannungsort für die kaiserliche Familie: Unter 10 Meter hohen Palmen sitzend lassen sich auch heute noch bei Melange und Apfelstrudel die Mußestunden durchaus genießen. Besonders, wenn man den Blick dabei auch durch die Glaswand zum angrenzenden Schmetterlingshaus voller umherflatternder bunter Falter schweifen lässt.

Das Palmenhaus

Kaffeehaus Palmenhaus

Burggarten Picknick

Für alle zugänglich

Wie muss es wohl für die Wiener Bevölkerung gewesen sein, als 1919 dieser ehemalig nur der kaiserlichen Familie zur Verfügung stehende Ort seine Pforten für alle öffnete? Die Wiener Jugend, die heute hier auf den Wiesen und Stufen ihre Freizeit verbringt, hat sich augenscheinlich an die Pracht gewöhnt. Doch so mancher steht heute noch und staunt: Die kaiserliche Größe ist immer noch zu spüren. Und die heutige Nutzung unterscheidet sich nicht sehr von der Idee des Kaisers – bloß ist es jetzt für alle dar, das privilegierte Fleckchen Grün in der Innenstadt.

Text: Agnes Hamberger, Fotos: Christine Wurnig