Gloriette

Ein großer Teil von Schönbrunn

Gloriette von vorne

Das Schloss Schönbrunn wäre lange nicht so eindrucksvoll, hätte es nicht seinen Garten, und der Garten wäre nicht so typisch barock ohne die Gloriette: Oben dient sie als Aussichtsplattform und unten ist sie als Hauptblickfang im Garten eine Orientierungshilfe.
 Den herrlichen Blick über den Schönbrunner Schlosspark und über den Westen Wiens muss man sich aber ein bisschen verdienen: Die Ungeduldigen nehmen den stärkeren Anstieg in Kauf und gehen die geraden Wege links und rechts des Neptunbrunnens, die Gemütlichen spazieren entlang der Serpentinen zur Gloriette.

Wer nicht zur Gloriette emporgestiegen ist, hat Schönbrunn nicht gesehen.

Bereits in seinen ersten Entwürfen

Ende des 17. Jahrhunderts hatte Schönbrunn-Architekt Fischer von Erlach einen „schönen Aussichtspunkt“, ein Belvedere, auf dem Schönbrunner Berg vorgesehen. Erbauen ließ die Gloriette aber erst Maria Theresia 1775 von Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg als „Ruhmestempel“ für die siegreichen habsburgischen Armeen.
Einige Bauteile sind wesentlich älter, denn sie wurden – quasi als Vintage-Stücke – wiederverwendet: Sie stammen vom 10 Kilometer entfernten Renaissanceschloss Neugebäude, das im 16. Jahrhundert unter Maximilian II. begonnen, aber nie fertiggestellt wurde und ab 1774 vom Militär genutzt wurde. Maria Theresia bewies ihren Sinn für Wirtschaftlichkeit und verfügte, die wertvollen Bauteile wie Säulen, Arkadenbögen und Kapitelle für die Gartengestaltung Schönbrunns wiederzuverwenden.

Kind Schönbrunn

Gloriette von unten

Schloss und Schlossgarten Schönbrunn

Noch zu Lebzeiten Maria Theresias wurde der Mittelteil der Gloriette mit Glasfenstern ausgestattet und bis zum Ende der Monarchie als Speise- und Festsaal verwendet. Auch Kaiser Franz Joseph I. frühstückte gerne in der lichtdurchfluteten Gloriette. Heute ist in dem restaurierten Gebäude ein Café untergebracht, von dem aus die Gäste die herrliche Aussicht auf Schloss Schönbrunn und die Stadt Wien in aller Ruhe auf sich wirken lassen können.

Text: Kornelia Kopf, Fotos: Christine Wurnig