Karlsplatz

Es gibt vieles zu sehen

Karlskirche

Er ist eigentlich kaum als Platz zu erkennen, der Karlsplatz. Denn am Kreuzungspunkt vom ersten zum vierten Bezirk gelegen, zerschneiden ihn vielbefahrene Straßen in einzelne Areale. Ihn aufzuspüren fällt aber leicht: Otto Wagners Jugendstil-Stadtbahnstation „Karlsplatz“, die Kunsthalle, das Wien Museum, die barocke Karlskirche und die etwas abseits gelegene Wiener Secession sowie der Naschmarkt rahmen ihn ein.

Der Karlsplatz ist kein Platz, sondern eine Gegend.Der österreichische Architekt Otto Wagner (1841–1918) über den Karlsplatz.

Geschichte und Entstehung vom karlsplatz

Benannt ist der Knotenpunkt Karlsplatz nach Kaiser Karl VI. (1685–1740). Er wandte sich während der Pestepidemie (1713/14) hilfesuchend an den Pestheiligen Karl Borromäus und stiftete ihm die barocke Prachtkirche mit ihrer grünen Kuppel und den markanten Reliefsäulen. Sie stand fast 300 Jahre – durch den Wienfluss und die Stadtmauern getrennt – vor den Toren der alten Stadt. Erst mit der Überbauung des Wienflusses und dem Abriss der Stadtmauern um 1900 bekam die Kirche ihren Standort am Karlsplatz.

Seit damals beschäftigt der Karlsplatz die Wienerinnen und Wiener. Man wusste nicht so recht, was man mit diesem Knotenpunkt anfangen sollte, die unterschiedlichsten Vorschläge erregten immer wieder die Gemüter, sodass der Karlsplatz bald den Spottnamen „Chaosplatz“ erhielt.

Kirche und Garten

Secessionsgebäude goldene Kuppel

Eingang U-Bahn Karlsplatz

Irgendwann wuchs Gras über die hitzigen Diskussionen und die Stadtbewohner gewöhnten sich an den Karlsplatz und seine große Grünfläche in der Mitte. Heute ist der Karlsplatz belebt, besonders unmittelbar vor der Karlskirche: Im Sommer finden Konzerte und Festivals statt, der runde Brunnen wird zur Seebühne oder als Schanigarten genutzt. Da kann es dann schon mal passieren, dass harte Techno-Beats auf die opulenten Orgelklänge aus der Kirche treffen. Vor Weihnachten wird’s dann etwas ruhiger. Der Platz verwandelt sich zu einem der besten Adventmärkte der Stadt, mit duftendem Glühwein, schönem Kunsthandwerk und Ponyreiten für Kinder im Brunnenbecken.

Text: Verena Brandtner, Fotos: Christine Wurnig