Kinostadt Wien

Das Kino: von Wienerinnen und Wiener geliebt

Filmfestival Viennale

Das Filmemachen hat in Wien eine lange Tradition und erlebt dank Oscar-Würdigungen und Kritikerlob neue Anerkennung. Weitgehend unbekannt ist, dass am Anfang der Filmgeschichte Wiens eine Frau steht: Luise Kolm-Fleck. 1908 begann sie Filme zu drehen und gilt damit als zweite Filmregisseurin der Welt. 1910 gründete sie mit ihrem Mann die „Erste österreichische Kinofilms-Industrie“. Der Pionierin ist es zu verdanken, dass die letzten Jahre der Donaumonarchie in den Wochenschauen dokumentiert sind.

Gehen’s heraus, oder ich vergess’ meinen Wiener Charme!Nervöse Drohung des Hotelportiers in „Der Dritte Mann“, gerichtet an einen unbequemen Frager

Die Stadt Wien…

ihr imperialer Prunk und das schunkelnde Lebensgefühl zwischen Walzer und Heurigem – diente FilmemacherInnen aus aller Welt als geduldige Kulisse: In „Der Dritte Mann“ von Carol Reed wird die Nachkriegsstadt (und besonders: deren Kanalsystem) zum Schauplatz aufregender Verfolgungsjagden, während die romantischen „Sissi“-Filme mit Romy Schneider die goldene k. u. k. Zeit wieder zum Leben erwecken. James Bond wird in „Der Hauch des Todes“ zum Wien-Touristen, Fiakerfahrt und Schloss Schönbrunn inklusive. 007 ist jedoch nicht der Einzige, der Küsse im Riesenrad austauscht. Der romantischste Filmkuss an diesem Drehort geht an Julie Delpy und Ethan Hawke in „Before Sunrise“. Ein Film wie eine Liebeserklärung: ans Leben und an die Donaumetropole.

leeres Kino

Schwarz Weiß Film

Romy Schnieder Filmszene

Die Wienerinnen und Wiener lieben das Kino, auch wenn ihre Stadt nicht die Hauptrolle spielt. Das jährliche Filmfestival VIENNALE stellt junge Filme vor, das Filmmuseum erfreut Cineasten-Herzen mit Klassikern und neben den großen Publikumskinos gibt es feine Programmkinos, die nicht nur aufgrund ihrer ausgewählten Filme einen Besuch wert sind: Da locken rote Plüschsessel, die ihre besten Zeiten hinter sich haben, hölzerne Stühle und reduziertes 1960er-Jahre-Ambiente; und manchmal sitzen in den zugehörigen Bars mehr Menschen als vor der Leinwand. Ob Kinobrunch, Freiluftkino, 3-D-Blockbuster oder Mitternachtsvorstellung – die Faszination fürs filmische Spektakel lebt.