Maria Theresia

Österreichische Erzherzögin und Reformerin

Maria Theresia

Am 13. Mai 1888: Alle Kirchenglocken Wiens läuten. Jeder, der kann, versucht sich zwischen Kaiserfamilie, Bischöfe und Generäle zu mischen. In ihrer Mitte: 44 Tonnen Bronze. Auf über 19 Metern Höhe thront der Anlass der Feierlichkeiten: Kaiserin Maria Theresia. Zu ihrem 171. Geburtstag wird ihr Denkmal enthüllt. Das Kaiserpaar Franz Joseph und Sisi lächelt, Österreich feiert seine Landesmutter.

Vertrauen ist der größte Ansporn, fehlt das, so fehlt alles.Kaiserin Maria Theresia (1717–1780) über ihr Lebensrezept. Maria Theresia vertraute Zeit ihres Lebens auf Gott und ihre eigenen Fähigkeiten.

Der Weg der Erzherzogin…

Maria Theresia Walburga Amalia Christina zur Kaiserin Österreichs war kein leichter. Um ihrem Vater (als erste Frau!) auf den Thron nachzufolgen, musste sie kämpfen. Ihr gegenüber standen Bayern, Spanien, Sachsen, Frankreich, Schweden, Neapel, die Kurpfalz und Kurköln, deren Herrscher alle Anspruch auf Teile des Reiches geltend machten. Niemand hätte ihr den Sieg zugetraut. Doch sie schlug innen- und außenpolitisch ungeahnte Wege ein. Unter ihrer Herrschaft wurden Staatsorganisation, Justiz, Militär und Bildungswesen (Schulpflicht für alle!) reformiert, die Anzahl an Feiertagen wurde reduziert, die Tagesarbeitszeit für Beamten erhöht. Zwischen all diesen staatspolitischen Aufgaben fand sie noch Kraft und Zeit, 16 Kinder auf die Welt zu bringen (14 überlebten) – praktisch für die Machterweiterung des Hauses Österreich durch ihre geschickte Heiratspolitik.

Der Maria Theresien-Platz

Gloriette Gebäude

Statue Maria Theresia

Die Spuren Maria Theresias

Sie sind nach wie vor zu sehen, nicht zuletzt durch ihre Aktivitäten als große Bauherrin: Schloss Schönbrunn wurde vom Jagdschloss zur kaiserlichen Sommerresidenz ausgebaut. Im Schlosspark ließ sie die Gloriette als Ehrenmal für gewonnene Schlachten errichten. Das Andenken an die Kaiserin selbst wird in Österreich vielerorts hochgehalten: Zahlreiche Straßen sind nach ihr benannt, ihr Leichnam liegt in der Kapuzinergruft an der Seite ihres Gemahls Franz I. begraben – und auf dem Maria-Theresien-Platz thront sie nach wie vor zwischen dem Kunst-  und Naturhistorischem Museum und grüßt die Menge.