Falco (1957–1998)

Musikalisches Talent aus Österreich

Der österreichische Popstar Falco

Er war Superstar, er war populär, er war so exaltiert, because er hatte Flair, er war ein Virtuose, war ein Rockidol“ – das hat Falco in seinem Hit „Rock me Amadeus“ über Mozart gesagt und das gilt auch für ihn. Ein Professor der Musikakademie bezeichnete den knapp Fünfjährigen als „kleinen Mozart“: Der Bub spielte am Klavier einfach Schlager nach, die er im Radio gehört hatte.

Ich singe diesen Titel nur unter größtem Widerstand!Es dauerte Wochen, bis Falco sich weichklopfen ließ, „Amadeus“ einzusingen,
dann stand er sturzbetrunken im Aufnahmestudio. Das Management war begeistert von dem,
was die besoffene Diva aus Wien da abgeliefert hatte. Die exzellente Lied-Vorlage
hatte Falco mit seiner Stimme, seinem Wienerisch, seinem unglaublichen Drive und Groove
noch vergoldet. „Allen war ganz schnell klar, dass das ein Welthit war – bis auf Hans“,
so sein ehemaliger Manager Horst Bork. Der Rest ist Geschichte:
„Rock Me Amadeus“ ist bis heute der einzige deutschsprachige Hit,
der es auf Platz 1 der US-Charts schaffte. (zitiert nach Niklas Sailer)

Falco, mit bürgerlichem Namen Hans Hölzl…

hatte mehr, als man für eine Karriere im Musikgeschäft brauchte: Ein absolutes Gehör, musikalisches Talent, strenge Disziplin, übersteigertes Selbstbewusstsein nach außen hin und das Gespür für die gekonnte Inszenierung seiner selbst. Und: Der kleine Hansi wusste schon sehr früh, was er werden wollte: Popstar. Nicht Musiker, sondern Popstar. Und das wurde er dann auch. Mit allem, was dazugehört: unglaublichem Erfolg, Versagensängsten, schwierigem Privatleben, exzessivem Lebensstil und frühem dramatischem Tod bei einem Autounfall.

Falco ist Österreichs einziger Popstar, der es weit über die Grenzen des kleinen Landes hinaus zu internationalem Ruhm brachte: Vor und nach ihm schaffte es kein anderer deutschsprachiger Sänger an die Spitze der US-Charts.

Musikvideo Falco

Album von Falco

Einzelhaft Ausschnitt von Lyrics

Nun ja, rein deutsch hat Falco ja auch nicht gesungen. Er sprach und sang im legendären, von ihm selbst kreierten „Manhattan-Schönbrunner-Deutsch“, einer Mischung aus Wienerisch, Hochdeutsch und Englisch. In Kombination mit seiner nasalen Aussprache und den zurückgekämmten Haaren orteten Kritiker dahinter oft Arroganz. Mit seinen Texten rund um Dekadenz, Liebe und Drogenkonsum unterstützte er diesen Eindruck gekonnt. Falco war eine Kunstfigur. Hansi Hölzl, den eine innige Beziehung mit seiner Mutter verband und der seine Welttournee wegen Heimweh absagte, wusste sich zu verkaufen. Und als Falco war er einfach gut!

Text: Verena Brandtner, Fotos: Christine Wurnig, Bild Falco auf Bühne: Wienmuseum/Didi Sattmann (Falco 1985)