Spanische Hofreitschule

Die hohe Schule der klassischen Reitkunst

Reiter auf Pferden

Sie gilt als schönste Reithalle der Welt, ist funkelnder Ballsaal und imposante Bühne – die Winterreitschule, in der die weltberühmten Lipizzaner ausgebildet werden. Seit mehr als 450 Jahren pflegen die Bereiter der Spanischen Hofreitschule die hohe Schule der klassischen Reitkunst. Getreu dem Leitsatz „Das Pferd bestimmt das Tempo der Ausbildung“ werden die Hengste an ihre Aufgabe herangeführt.

Lipizzaner sind die älteste Kulturpferderasse Europas und wurden von der UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe ausgezeichnet.

Nimm dir Zeit, aber verschwende sie nicht!“ Der Hengst bestimmt das Tempo während aller Ausbildungsschritte.

Die berühmten weißen Hengste

Alle Lipizzaner der Hofreitschule wachsen auf den Almen und Weiden des Gestüts Piber auf. Mit vier Jahren übersiedeln sie nach Wien, wo sie in drei Schritten zuerst die Remontenausbildung (Jungpferdeausbildung), danach die Campagneschule und zum krönenden Abschluss die Hohe Schule der klassischen Reitkunst absolvieren.

Aufgabe der Bereiter ist es, die Hengste ihren Talenten entsprechend zu fördern. Weltweit beinhalten die Schulen klassische Lektionen wie Piaffe, Passage, Traversalen, Galopppirouetten und Fliegende Galoppwechsel. Die populären Schulen Levade, Courbette und die Kapriole werden in dieser Perfektion nur in der Spanischen Hofreitschule gelehrt.

Die Reiterinnen und Reiter tragen eine Uniform, aus weißer Hirsch- lederhose und -handschuhen, braunem Frack, Zweispitz und Stulpenstiefel. Die Birkengerten sind Symbol der Demut und werden von den Eleven und Bereiteranwärtern  geschnitten. In einer im Frack eingenähten Zuckertasche versteckt sich der Würfelzucker, den die Pferde als Belohnung bekommen.

Pferde Stall

Hofreitschule Sattelkammer

Hofburg Fassade

Ursprünglich waren die Lipizzaner in den Hofstallungen der Kaiser untergebracht – im heutigen MuseumsQuartier, das den Wienerinnen und Wienern als hippes Freiluft-Wohnzimmer dient. Die Hofreitschule selbst war der reiterlichen Ausbildung der kaiserlichen Familie vorbehalten und wurde auch nur von Mitgliedern des Adels besucht.

Um die Pferde zu erleben, lohnt sich der Besuch der Morgenarbeit oder einer Vorführung. Bei Führungen durch die Hofreitschule gibt’s spannende Einblicke hinter die Kulissen der prachtvollen Hofeitschule.

Text: Agnes Hamberger, Fotos: Christine Wurnig