Stadtpark

Erster öffentlicher Park Wiens

Stadtpark Gebäude

Willkommen in Wien! Darf ich Sie in meine Residenz einladen, den Stadtpark? Oh, ich vergaß mich vorzustellen: Gestatten, Johann Strauß – meines Vaters Sohn. Seit anno 1921 stehe ich – ob es hagelt oder stürmt, dort bleibe ich – im Stadtpark. Dass ich Sie hier abhole, ist natürlich eine Ausnahme. Kommen Sie, Erklärungen gibt es unterwegs.

Da sind sie gesessen, die Damen und Herren, und haben Milch frisch von der Kuh getrunken. Mitten in der Stadt.Milchtrinkhallen waren im 19. und frühen 20. Jahrhundert mehr als nur ein Modetrend. Sie waren gastronomische Institutionen. Kein Park, kein Ausflugsziel kam ohne Meierei (kleiner Kuhstallbetrieb) aus. So auch der Stadtpark nicht. Seine Meierei wurde sogar gleich bei der Verbauung des Wienflusses mitbedacht.

Der Stadtpark wurde 1860 als erster öffentlicher Park Wiens zusammen mit der Ringstraße errichtet – vom Selleny Josef und vom Siebeck Rudi. Der eine ein Maler, der andere Landschaftsarchitekt. Ich erinnere mich genau, als wär’s gestern gewesen! Im 1863er Jahr ist dann der Kinderpark dazugekommen, für die lieben Kleinen. Voilà, wir sind da. Hier sehen Sie den Kursalon, 1867 von Johann Garben erbaut. Seine Faiblesse für italienische Renaissance ist nicht zu übersehen. Die U-Bahn-Station von Otto Wagner – Jugendstil par excellence! Und erst das prächtige Portal! Mein Park! Dieses Flair von Ziergarten und die verschlungenen Wege und Pflanzen! Sehen Sie, wie hübsch die Promenade vom Wienfluss hier ist! Der wurde eigens hier durchgeleitet. Man beachte diese Pflanzenpracht: der Ginkgo, dort die seltene Pyramidenpappel, die Kaukasische Flügelnuss – meine besonderen Lieblinge, zum Glück unter Naturschutz.

Kleiner Fluss

Schnee Stadtpark

Statue Denkmal

Hier ein paar meiner Kollegen:

Darf ich vorstellen, Bürgermeister Zelinka, die Komponisten Franz Lehár und Franz Schubert – alle Denkmäler und Bronzebüsten wie ich. Nur der Maler Hans Makart ist aus Marmor, der eitle Geck. Ich bin dafür vergoldet und werde am meisten fotografiert. Es gibt sogar Kopien von mir in China und in Kuba! Aber hier fühl’ ich mich am wohlsten – dieser Park hat eine solche Lebensqualität, beinahe ansteckend. So, jetzt muss ich auf meinen Platz, sonst gibt es einen Skandal. Falls Sie Essen wollen, empfehle ich Ihnen die Meierei in der ehemaligen Milchtrinkhalle. Eine herrliche Villa!