Stephansdom

Ein Musterbeispiel mittelalterlicher Baukunst

Turm des Stephansdoms

Der Stephansdom ist das steinerne Wahrzeichen Wiens und steht – wie es sich gehört – im Zentrum. Als Musterbeispiel mittelalterlicher Baukunst ist er nicht nur von außen und innen schön anzusehen: Er hat auch Tiefgang (die Katakomben) und streckt sich hoch hinauf. Seine Anfänge reichen bis 1137 zurück. Der 136,4 Meter hohe Südturm des Doms war bei seiner Vollendung 1433 das höchste Gebäude Europas. Darauf war man in Wien sehr stolz: Bis zum Ende der Monarchie durfte im Kaiserreich Österreich-Ungarn kein Kirchturm den ehrwürdigen „Steffl“ überragen.

Solange der Steffl ein Gerüst hat, geht’s der Stadt gut.Wiener Sprichwort. Der Stephansdom muss laufend in Stand gehalten werden. Seit dem Mittelalter ist dafür die Dombauhütte zuständig. Jährlich bringen die Wienerinnen und Wiener etwa 2,2 Millionen Euro für die Renovierung ihres Steffls auf.

Bis zur Spitze können Sie den Stephansdom leider nicht erklimmen

Doch nach 343 Stufen steht Ihnen auf 72 Metern Höhe die Türmerstube offen und legt Ihnen Wien zu Füßen: die Kärntner Straße und der Graben, das Riesenrad und der Leopoldsberg, dazwischen ein Gewirr aus Gassen. Auch das gemusterte Dach des Doms mit seinen 230.000 Ziegeln ist gut zu sehen: Auf der einen Seite ist der österreichische Adler ausgelegt, auf der anderen das Wiener Wappen. Das Hauptschiff ist mit dem charakteristischen Zickzackmuster bestückt.

Dach vom Stephansdom

Ausblick Stephansdom

Auf dem Stephansdom

Ursprünglich hätten es ja zwei hohe Türme werden sollen

Rund um den nicht fertiggestellten Nordturm ranken sich zahlreiche Sagen, die meistens den Teufel ins Spiel bringen. Tatsächlich ist der Bau wohl an der Finanzierung gescheitert. Einen Besuch hat sich der nur 86 Meter hohe Turm trotzdem verdient, denn dort hängt die Pummerin, mit ihren über 20 Tonnen die größte Glocke Österreichs. Jedes Jahr läutet sie pünktlich um Mitternacht des 31. Dezembers das neue Jahr ein.

Nach dem Abstieg bietet sich ein Zwischenstopp im Manner-Shop ein paar Schritte weiter an: Josef Manner eröffnete sein Geschäft bereits 1890 an dieser Adresse und zierte seine legendären Schnitten von Beginn an mit dem Bild des Stephansdoms.

Text: Kornelia Kopf, Fotos: Christine Wurnig