Werkstätten Wiens

Moderne und qualitative Kunsthandwerke war die divise

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1897 beschlossen Künstler rund um den eigenwilligen Gustav Klimt, dass es an der Zeit sei, die Moderne in Wien einzuläuten: Sie gründeten die Wiener Secession. Das ganze Leben sollte Kunst sein, wobei Handwerk, Malerei und Bildhauerei gleichberechtigt waren. Sechs Jahre später gründeten der Architekt und Designer Josef Hoffmann, der Künstler Koloman Moser und der Kunstmäzen Fritz Wärndorfer die Wiener Werkstätte und setzten dieses Verständnis konsequent um. Kunstgewerbe und Kunsthandwerk verschmolzen ineinander, die Gemeinschaft produzierte durch ihre schlichte Schönheit bestechende Alltagsgegenstände, Schmuck und Möbel.

Lieber zehn Tage an einem Gegenstand arbeiten, als zehn Gegenstände an einem Tag zu produzieren.Devise der Wiener Werkstätte

Unter den Mitgliedern der Wiener Werkstätte befand sich auch ein Dutzend Frauen. Die Abkürzung „WW“ wurde deshalb als „Wiener Weiberwirtschaft“ oder „Wiener Weiberkunstgewerbe“ verspottet. Man kritisierte den Werkstättengeschmack, dem etwas „Unechtes und vor allem Überflüssiges“ anhafte. Der Erfolg der Werkstätte spricht jedoch eine andere Sprache: Nicht nur in Wien waren Möbel, Schmuckstücke und Textilien der Wiener Werkstätte beliebt und hochmodern, auch international feierten ihre Kreationen Erfolge.

Secessionsgebäude Kuppel

Möbelausstellung der Wiener Werkstätten

Bis heute steht die Winer Werkstätte für modernes Design

Das Erbe der Wiener Werkstätte ist bis ins Wien des 21. Jahrhunderts präsent. Etwa durch die „Österreichische Werkstätten“ – ein 1948 gegründeter Betrieb, der auf die Tradition der Wiener Werkstätte zurückgeht und Stücke des Jugendstils, traditionelles österreichisches Kunsthandwerk und modernes Design präsentiert.
 Handgemachtes und Einzigartiges findet sich außerdem noch an anderen Ecken der Stadt. Ob es nun eine original Wiener Schneekugel, ein maßgeschneidertes Hemd, ein ausgefallener Luster oder ein handgemachter Damenhut sein soll – begabte und originelle KunsthandwerkerInnen führen die Devise der Wiener Werkstätte fort und arbeiten an der Verschönerung aller Lebensbereiche.

Text: Nina Lucia Groß, Fotos: Christine Wurnig, Bild Möbel in Sammlung im Leopold Museum Wien: Wien Tourismus/Peter Rigaud