Wiener Märkte

Kaiserliche Residenz damals, heute Sitz des Bundespräsidenten

Markt

Wie soll man einen Ort beschreiben, an dem die Düfte von süßem Obst, kräftigen Gewürzen und frisch zubereiteten Speisen die Nase umschmeicheln? Einen Ort, an dem die Augen sich nicht sattsehen können an der Vielfalt von Genüssen? Der Naschmarkt ist der größte der Wiener Märkte und zweifelsohne der beliebteste. Hier werden Waren aus allen Ländern der Welt und jedem noch so kleinen Winkel Österreichs verkauft, gehandelt und eingekauft.

Märkte kommen und gehen, entstehen wie von selbst und verschwinden wieder – Märkte sind vor allem eines: lebendig.Die Journalistin Katharina Kurz über Wiener Märkte.

Der Naschmarkt ist aber viel mehr als ein bunter internationaler und regionaler Warenumschlagplatz: Der Naschmarkt ist Lebensraum. In den trendigen Lokalen treffen sich die Wienerinnen und Wiener, genießen die Atmosphäre und das gute, frische Essen, sie sehen und werden gesehen. An den Samstagen stöbern sie am Flohmarktgelände des Naschmarktes nach echten Raritäten zwischen viel Trödel. Der Naschmarkt ist legendär und seit seiner Übersiedelung auf die Überbauung des Wienflusses Ende des 19. Jahrhunderts ständig in Bewegung.

Besuchter Markt

Naschmarkt in Wien

Obst und Gemüße Stand

Aber er ist nicht der einzige Markt Wiens

Da wäre zum Beispiel der Brunnenmarkt in Ottakring: Zentrum der türkischstämmigen Bevölkerung Wiens und ihr beliebter Einkaufsplatz. An seinem Ostende, am Yppenplatz, hat sich eine charmante Lokalszene entwickelt, das Sehen und Gesehenwerden wird auch hier immer wichtiger. Das Viertel – und mit ihm der Markt – hat aber seinen authentischen Charakter behalten. Unweit des Capri erlebt der Karmelitermarkt im traditionellen jüdischen Stadtviertel seine Renaissance: Spezialitätenstände verkaufen ausgewählte Produkte garantierter Herkunft und die kleinen Lokale bereiten ihre (biologischen) Speisen mit Bedacht zu. Am Karmelitermarkt trifft man Wienerinnen und Wiener, die nachhaltig leben möchten. Ja, jeder Wiener Markt ist anders!

Text: Verena Brandtner, Fotos: Christine Wurnig