Wienerwald

Von Unesco zum Biosphärenpark erklärt

Weg durch den Wienerwald

Der Wienerwald … Da gäbe es viele Geschichten, über die man besser schweigen sollte. Aber schon der Schriftsteller Ödön von Horvath oder auch Johann Strauß wussten ein Lied davon zu singen bzw. einen Walzer zu spielen.

Aus Diskretion fürs Erste hier aber nur ein historischer Umriss: 1002 wird das Gebiet von Kaiser Heinrich II. an die Babenberger verschenkt, die darin Rehe, Hirsche und Wildschweine jagen. Von 1276 bis 1755 ist der Wienerwald Privatbesitz der Habsburger und ihr bevorzugtes Jagdrevier.

Ich wünsche mir, dass – sollte der Wienerwald wieder einmal bedroht werden – sich zur rechten Zeit ein Mann finde, der ihn verteidigt.Der Wienerwald-Retter Josef Schöffel (1832–1910) über seinen sehnlichsten Wunsch

Bis Mitte des 18. Jahrhunderts ist Holz die wichtigste Energiequelle für die stark wachsende Bevölkerung der Stadt, der Wienerwald liefert es fast bis zu seiner Vernichtung. Dem Engagement des Journalisten Josef Schöffel ist es zu verdanken, dass er vor der Abholzung bewahrt wurde. Ab 1905 ist der Wienerwald geschützt und ein Jahrhundert später erklärt ihn die UNESCO zum Biospährenpark, womit das Höchstmaß an Anerkennung erreicht ist.

Ob diese Auszeichnung gerechtfertigt ist?

Überzeugen Sie sich selbst! Aus dem Süden von den Alpen kommend, erstreckt sich der Wald, der genau genommen ein Mittelgebirge ist, über 45 Kilometer bis nach Wien und bedeckt ein Fünftel des Stadtgebietes mit seinem üppigen Blätterdach aus Buchen, Eichen, Schwarzkiefern und sogar Weinreben.

Ein Wald

Paar sitz auf Bank im Wienerwald

Feld in der nähe eines Waldes

Letztere wachsen bevorzugt an seinen Osthängen und machen Wien zur weltweit einzigen Metropole mit wirtschaftlich bedeutendem Weinbau.

Die Wienerinnen und Wiener lieben ihren Wald und nutzen mit Begeisterung die über 500 Kilometer Wanderwege und mehr als 1.200 Kilometer Mountainbike-Strecken durch die „grüne Lunge“ der Stadt; und das nicht nur wegen der fantastischen Aussichtspunkte wie etwa der Jubiläumswarte am Wilhelminenberg oder des beliebten Kahlenbergs. Wollen Sie richtig hoch hinaus, wagen Sie sich auf den höchsten Berg Wiens – den Hermannskogel mit seinen stolzen 542 Metern. Am Gipfel erwartet Sie ein weiterer Aussichtsturm – in diesem Fall die Habsburgwarte. Auf dem Rückweg besuchen Sie den „ Grüass Di a Gott Wirt“. Dieser wird Ihnen gern mehr Geschichten aus dem Wienerwald erzählen.

Text: Lucia Czernin, Fotos: Christine Wurnig