Arnold Schönberg (1874-1951)

Mit seiner Musik spaltete er die Bevölkerung

Arnold Schönberg Portrait

Dass ich nichts geschrieben habe, dessen ich mich schämen müsste, bildet die Grundlage meiner moralischen Existenz“, ist Arnold Schönberg fest überzeugt. Diese Gewissheit ist es auch, die ihn – allen Anfeindungen zum Trotz – durch ein musikalisch erfolgreiches Leben trägt.

Ich fühle Luft von einem anderen Planeten.Der Wiener Komponist Arnold Schönberg (1874–1951) nach der Fertigstellung seines 2. Streichquartetts. Es gilt heute als Schlüsselwerk der atonalen Musik.

Arnold Schönberg wird 1874 als Sohn eines jüdischen Schuhmachers in der Wiener Leopoldstadt geboren. Nichts lässt erahnen, dass der kleine Arnold einmal zum Vater der Neuen Musik werden wird: Als Kind lernt er zwar Violine, bleibt aber sonst ein musikalischer Autodidakt, die Freiluftkonzerte der Militärkapelle im Augarten reichen ihm als Inspirationsquelle seiner frühen Kompositionen.
Für einen Wendepunkt in Schönbergs Leben sorgt der Dirigent Alexander von Zemlinsky: Er erkennt Schönbergs Talent und hilft dem Bankangestellten, den Einstieg in die Wiener Musikwelt zu finden. Der Rest ist Musikgeschichte: Schönberg wird Dirigent und unterrichtet Harmonielehre und Komposition.

Mit seinem Enthusiasmus sorgt er immer wieder für Skandale

1913 etwa dirigiert er im Großen Saal des Wiener Musikvereins skandalös neuartige Musik und spaltet das Publikum: Begeisterter Applaus und entsetzte Schreie tönen durch den Saal, Kritiker und Anhänger liefern sich eine wilde Massenrauferei.

Augarten Gebäude

Der Musikverein in Wien

Musikblatt mit Noten

Das Ereignis geht als „Watschen-Konzert“ in die Musikgeschichte ein, die Presse spricht empört von „entarteter Musik“. Schönberg lässt sich davon aber nicht abhalten und erforscht weiter die atonale Welt hinter Dur und Moll. Anfang der 1920er-Jahre entwickelt er dann sein neues Kompositionsverfahren der Zwölftontechnik. Er wird damit zum wichtigsten Kopf der (Zweiten) Wiener Schule (auch Schönberg-Schule genannt) und schart Größen wie den Philosophen Theodor W. Adorno oder seinen ehemaligen Schüler Alban Berg um sich. Bis zu seinem Tod 1951 wird das Musikgenie über 100 Opern, Lieder und Kammermusikwerke komponieren und ebenso viele Schriften verfassen.

Text: Christine Wurnig, Fotos: Christine Wurnig, Bild Musiker: 56. Kaffeesiederball/Christian Husar – 1381, Bild Goldener Saal: Wien Tourismus/Lois Lammerhuber