Haus des Meeres

Umfunktionierter Flakturm aus dem 2. Weltkrieg

Oberer Teil einer Kirche

Das Haus des Meeres, ein Flakturm: 47 Meter hoch, 31 Meter lang, 3,5 Meter dicke Stahlbetonwände und ein Zeichen für den Wandel eines Mahnmals einer schrecklichen Zeit zum Positiven. Der Flakturm wurde gemeinsam mit fünf weiteren Türmen in den Jahren 1942 bis 1945 als Luftschutzanlage mit Flugabwehrgeschützen und Feuerleitanlagen errichtet. Sie sind bis heute ein geschichtsträchtiger Teil des Wiener Stadtbildes.

Eigentlich unglaublich, dass aus diesem Turm etwas so Schönes werden konnte!Das Haus des Meeres brachte die bunte Unterwasserwelt in den Bunkerturm des Zweiten Weltkrieges. Von seiner Terrasse aus genießt man eindrucksvolle Ausblicke über Wien.

Über 10.000 Tiere wohnen im Haus des Meeres darunter nicht nur Meereslebewesen

Nach erfolglosen Sprengversuchen begann die Stadt über neue Nutzungsmöglichkeiten für die Flaktürme nachzudenken. In den Bunkerturm neben der Mariahilfer Straße zog bereits in den 1950er-Jahren die damalige Gesellschaft für Meeresbiologie ein und gründete das Haus des Meeres. Seitdem wurden die Aquarien und Terrarien immer weiter ausgebaut: Heute sind dort mehr als 10.000 Tiere zu Hause, darunter Haie, Piranhas und Korallen. In einem gläsernen Anbau, dem Tropenhaus, toben sich kleine Äffchen aus. Und an seiner Außenfassade ziehen sich Kletterer in die luftige Höhe des Turms. Das letzte Stockwerk ist mit der Dauerausstellung „Erinnern im Innern“ der Vergangenheit des Flakturms gewidmet. Ein Markenzeichen des Gebäudes ist der Antikriegsspruch am oberen Teil der Fassade: „Smashed to pieces (in the still of the night) – Zerschmettert in Stücke (im Frieden der Nacht)“.

Aquarium mit Fischen

Flakturm, Haus des Meeres

Blick über Wien

Der Flakturm mit dem Haus des Meeres ist der einzige öffentlich zugängliche Flakturm der Stadt. Wenn man sich an der bunten Unterwasserwelt sattgesehen hat und lieber etwas Höhenluft schnuppern möchte, steigt man die Stufen des Flakturms ganz hinauf. Auf einer Anhöhe errichtet, genießt man von seiner Aussichtsterrasse einen wunderbaren Panoramablick über die Stadt: vom Zentrum bis zum Laaer Berg und die Vienna Twin Towers.

Text: Kornelia Kopf, Fotos: Christine Wurnig