Thomas Bernhard (1931–1989) und Arthur Schnitzler (1862–1931)

Schrifsteller die für Kontroversen sorgten

Thomas Bernhard

Zwei Männer, die die Österreicherinnen und Österreicher zu empören wussten: die Schriftsteller Arthur Schnitzler und Thomas Bernhard (großes Bild oben). Viele hätten ihnen gerne den Mund verboten und manchmal ist das auch geglückt. Arthur Schnitzler musste eines seiner Werke zurückziehen, ihm wurde der Prozess wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses gemacht.

Der Kellner ist vergeßlich, die Kassierin ist häßlich, die Wände sind grau, die Beleuchtung ist schlecht: lauter Dinge, die ich schön finde.Der Wiener Dramatiker Arthur Schnitzler (1862–1931) über das Geheimnis des alten Wiener Cafés.

Thomas Bernhard hat den Spieß in gewohnt schelmischer Manier umgedreht

In seinem Testament verfügte er ein allgemeines Aufführungs- und Publikationsverbot aller seiner Werke innerhalb der Grenzen Österreichs. Er verbot „jede Annäherung dieses österreichischen Staates“. Mit „diesem österreichischen“ hatte auch Arthur Schnitzler seine Probleme, allerdings damals noch mit der k. u. k. Monarchie. In seinem Werk Leutnant Gustl greift er offen den Ehrenkodex des österreichischen Militärs an – in einer Zeit, in der sich kaum einer der Kriegsbegeisterung verwehren konnte. Er brach damit nicht nur ein Tabu, sondern führte auch eine neue Erzählform ein: Thomas Bernhard sollte Jahrzehnte später die Kunst des inneren Monologs perfektionieren. Schonungs- und atemlos wird die Niederträchtigkeit des Menschen bloßgelegt, in einer stetigen Wiederholung ins schwer Erträgliche gesteigert.

Arthur Schnitzler

Arthur Schnitzler Geburtshaus

Ein Kaffeehaus

Doch genauso überraschend, wie die Leserinnen und Leser ihrer Werke bei aller Kritik und Galligkeit auch Humor und Leichtigkeit entdecken, finden sich auch für die beiden großen Kritiker Lieblingsorte in Österreich. Bernhard hatte eine Leidenschaft für Kaffeehäuser, sein Stammcafé war das „Café Bräunerhof“. Das Lieblingscafé Schnitzlers war das „Café Griensteidl“ am Michaelerplatz. So vereint die beiden Literaten nicht nur der Hass auf die Spießer der Gesellschaft, sondern auch die Liebe zu den Wiener Kaffeehäusern.

Text: Agnes Hamberger, Fotos: Christine Wurnig