Wiener Fiaker

Historisch durch Wien mit der Fiaker

Eine Pferdekutsche


Hufgetrappel, klappernde Räder, wallende Mähnen und ungeduldiges Schnauben der Pferde: Die Geräusche der Fiaker und ihrer Pferde sind aus Wien nicht wegzudenken. Zur Zeit ihrer Hochblüte, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, waren es über 1000, überall in der Stadt konnte man die joviale Anrede hören: „Fahr’ ma, Euer Gnaden…?“

Mei’ Stolz is, i’ bin halt an echt’s Weanakind, A Fiaker, wie man net alle Tag’ find’tAus: Das Fiakerlied, Gustav Pick 1885

Ein etwas anderes Taxi

Heute sind es etwas mehr als 100 Kutschen, die abwechselnd die Wiener Gäste zügelschnalzend durch die Stadt kutschieren: die eine Hälfte an den geraden, die andere an den ungeraden Tagen. Viele dieser Pferdekutschen sind mittlerweile über 100 Jahre alt. Lange Zeit genossen die Fiaker Autonomie, es gab keine Preisregelungen: Der Kutscher entschied nach Kundschaft, Wetter – und der Nähe der nächsten Kutsche. Heute müssen sich die Fiakerfahrer zum Glück an die Preisvorgaben der Stadt Wien halten.

Auch wenn der Vergleich zu den heutigen Taxlern naheliegt, die Fiakerkutscher waren mehr als das: Sie waren oft stadtbekannte Originale, ihr Beruf war etwas Besonderes. Als Wienerkind besaß jeder Fiakerkutscher – so will es die Legende – von Geburt an das Talent zu einem Jodler, Kunstpfeifer und Coupletsänger. Der berühmteste unter ihnen war der „Bratfisch“ genannte Leibkutscher von Kronprinz Rudolf. Er war für sein Talent als Coupletsänger bekannt – und für seine Liebe zum Heurigen.

Pferdekutsche

Hofburg mit Kutsche

Fiaker mit Pferde

Der Kronprinz konnte herzlich lachen, wenn sein Leibfiaker anhob: „Mi heißen´s den Bratfisch, I kann nix dafür. I tu aa gern schwimmen – aber bloß nur im Bier.“

Die Wienerinnen und Wiener schätzen ihre Fiaker – so sehr, dass sie im späten 20. Jahrhundert einen Platz nach den Fiakern benannten und ihn mit einer würdevollen Statue krönten. Zur Erinnerung an die Hochblüte der schmähfreudigen Zunft. Auch wenn das gar nicht notwendig gewesen wäre. Denn: Auch unter den Kutschern von heute ist so manches Original zu finden, Wiener Schmäh inklusive …