Wiener Heurigen

Heurigen der Winzer Wiens

Heurigen Fenster

Als alles mit den Heurigen begann … räumten die Wiener Winzer ihre Wohnzimmer und Gärten. Sie schenkten in der Idylle der Vorstadthöfe unter großen Kastanienbäumen ihren heurigen (d.h. diesjährigen) Wein so lange aus, bis alle Flaschen und Fässer leer waren. Verpflegung nahmen die Gäste selbst mit – Speisen tischten die Winzer damals nichts auf. In einem echten Wiener Heurigen dürfen heute laut gesetzlicher Verordnung Weinerzeugnisse und selbstgemachte, handfeste Köstlichkeiten vom Heurigenbuffet verkauft werden. Und nicht mehr!

Die wirklich guten Dinge im Leben gibt es eben immer nur zu gewissen Zeiten im Jahr.Ein nicht genannter Autor im Gourmetmagazin A LA CARTE (2A, 2011) über die unregelmäßigen und nicht durchgehenden Öffnungszeiten der echten Wiener Heurigen.

Dem guten Kaiser Joseph II. haben es die Wienerinnen und Wiener zu verdanken, dass ihre Weinhauer (österreichisch für Winzer) seit 1784 im eigenen Haus ihre eigenen Weine ausschenken dürfen. Zu erkennen gibt sich der echte Wiener Heurige Eingeweihten an zwei Insignien: dem Föhrenbusch (daher auch der Name Buschenschank) und der Ausg’steckt-Tafel. Diese zeigt an, dass der Heurige geöffnet hat – sprich, dass Wein fließt. Zum echten Heurigen mit seiner kalten Hausmannskost gesellten sich mit der Zeit viele gastgewerbliche, die traditionelle (warme) Wiener Küche und auch schon allerlei Mediterranes kredenzen. Eines ist aber gleich geblieben: die typische Gemütlichkeit und die Freude am Einfachen.

Heurigen Schild

Kellnerin

Wein einschenken

Grinzing ist das Wiener Heurigen-Mekka

allerdings fast nur noch für Touristinnen und Touristen. An manchen Tagen strömen sie in Bussen durch die pittoresken Gässchen mit den uralten Häusern. Die Wienerinnen und Wiener sehen sich derweil anderweitig um. Sie ziehen sich etwa in die Ausschanken am Kahlenberg und an den Fuß des Nussbergs zurück. Sie wandern an Samstag- und Sonntagnachmittagen im Spätsommer über die Weinberge und durch die kleinen Gassen. Und rasten dann in den wunderbaren Hofgärten der Buschenschanken – mit atemberaubendem Blick auf die Stadt –, atmen durch und genießen ein Gläschen Wiener Wein.