Wiener Staatsoper

Von den Wienern auch „Versunkene Kiste“ genannt

Staatsoper von aussen

Es war 1857, als Kaiser Franz Joseph I. beschloss, den Wall um die innere Stadt durch einen prächtigen Boulevard – die Ringstraße – zu ersetzen. Und er war es auch, der sich an der neuen Prachtstraße ein würdevolles Opernhaus wünschte und die beiden Architekten Sicardsburg und van der Nüll beauftragte.

Nach acht Jahren war die neue Oper fertig. Doch ihr Aussehen wollte den Wienerinnen und Wienern gar nicht gefallen. „Versunkene Kiste“ nannten sie das Opernhaus spöttisch, denn: Das Straßenniveau der Ringstraße wurde während des Baus des Opernhauses um einen Meter angehoben.

Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut.Kaiser Franz Joseph nahm sich den Tod seiner Architekten so zu Herzen, dass er in seiner weiteren Laufbahn auf kritische Worte über Kunstwerke jeder Art verzichtete und sein Urteil stets auf diesen berühmt gewordenen Satz beschränkte.

Die Staatsoper erhob sich dadurch nicht herrschaftlich über die Ringstraße, sie schien vielmehr halb im Boden stecken geblieben zu sein. Auch der Kaiser zeigte sich wenig beeindruckt und soll den Leuten zugestimmt haben: „Das Gebäude steckt wirklich zu tief im Boden.“

Die vernichtende Kritik von Volk und Kaiser soll den sensiblen van der Nüll noch vor der Fertigstellung der Oper am 4. April 1868 in den Freitod getrieben haben. Knapp zehn Wochen später starb auch Sicardsburg an einem Schlaganfall.
 Spott und Dramatik zum Trotz startet das neue Opernhaus mit Platz für 2.000 Menschen im ungewöhnlich kalten Mai 1869 dann doch wohltemperiert in seine erste Saison. 300 Soldaten ist das zu verdanken, die das Gebäude mit ihrer Körperwärme aufheizen, sowie der gelungenen Premiere von Don Juan.

Oper von Innen

Oper Galerie

Ansicht auf die Bühne

Das Wiener Opernhaus…

gilt als eines der wichtigsten weltweit. Über 35 Opern wurden auf seiner Bühne uraufgeführt und unzählige andere erfolgreich neu inszeniert. Jährlich stehen über 50 Produktionen auf dem Spielplan, zehn Monate lang wird fast täglich eine Oper aufgeführt. Allabendlich bergen Musiker und Dirigent, Sänger und Tänzer einen Schatz in der „versunkenen Kiste“ an der Ringstraße und verzaubern ihr Publikum. Ein für die Oper fast untypisches Happy End …