Wiener Würstelstand

Viele Varianten von Würstel am Würstelstand

Käsekrainer

Um es gleich vorweg zu sagen: Als Vegetarier sind Sie am Würstelstand falsch. Am Würstelstand gibt’s Würstel. Fast ausschließlich, dafür in vielen Varianten: Da wären Burenwurst (wienerisch: „Haße“, d.h. „Heiße“), Käsekrainer (wienerisch: „Eitrige“), Frankfurter (im Ausland absurderweise „Wiener“ genannt), Bosna, Waldviertler, Debreziner und Leberkäse. Jeweils mit Senf (süß oder scharf) und Ketchup, manchmal auch mit Kren (Meerrettich), immer mit einer Semmel oder einer dicken Scheibe Schwarzbrot. Auf Wunsch auch mit dem begehrten „Scherzerl“ oder „Bugl“ (Brot- Endstück).

Der Würstelstand genießt weithin große Sympathie. Er wurde zur Wiener Marke wie der Heurige oder das Kaffeehaus.Der Wiener Journalist Georg Schubert über das Phänomen Würstelstand, 2012

Als Beilage zum Festschmaus…

gibt’s eingelegtes Gemüse wie Pfefferoni (mild oder scharf), Salz- oder Essiggurkerl und mit viel Glück Silberzwieberl. Serviert wird das Ganze stilecht auf einem Pappteller, vorgeschnitten und mit einer kleinen Plastikgabel. Das obligate Bier in der Dose – nach dem Produktionsstandort der Brauerei Ottakringer im 16. Bezirk „16er-Blech“ genannt – krönt den Genuss.
Sie ahnen’s schon: Eine kulinarische Offenbarung ist der Würstelstand nicht. Aber eine echte Wiener Institution. Zu Kaisers Zeiten sollten die fahrbaren Verkaufsstände mit ihren tragbaren Wurstkesseln Kriegsinvaliden ein Einkommen sichern, in den 1960er-Jahren war dann Schluss mit der Mobilität: Die Wurstbräter mussten fixe Plätze beziehen, der Würstelstand war geboren!

Imbiss Schwedenplatz

Würstelstand

Bedinung Würstelsand

Heute ist der Würstelstand genau das Richtige, wenn wilde Partytiger und vornehme Ballgeher nach einer durchtanzten Nacht eine Stärkung brauchen: An den Würstelständen der Stadt trifft man sich nächtens zum stärkenden Imbiss. Da stehen dann Taxifahrer, Obdachlose, Studierende, Schauspieler, Passanten und Politiker in friedlicher Eintracht dichtgedrängt um den kleinen Stand und kauen zufrieden an ihren Würsteln. Und oft kommt man dann ins Reden und Plaudern, weil’s gar so nett ist am Würstelstand …